von Prof » So 17. Jan 2010, 11:12
Das (nicht daß) Herumgehacke auf dem B-Horn ist kein Herumgehacke auf das B-Horn, sondern auf die B-Horn-Nutzer, die oft - echt oft - Töne produzieren, die mit dem Horn überhaupt nichts mehr zu tun haben, sondern sich nur als hohles "dunkelschwarzes" Gegröhle oder schlechter als kastrierte Trompeten oder kastrierte Posaunen (ohne Becher z.B.) anhören. Ähnliches gilt auch für viele F-Horn-Spieler, die nur laut Plärren - und das dazu noch gut finden. Durch die größere Zahl an mitschwingenden Obertönen wäre das weniger nervtötend. Die vielen "Gurken" machen das aber wieder wett, womit zwischen B-Horn- und F-Horn-Furzern (Es tut mir leid, man hört es so.) wieder Einstand herrscht.
Zum Glück gibt es aber in der Laienbläserschar auch gute Gruppen und manchen guten Bläser. Die halbberuflichen Bläser bzw. Bläserlehrer mag ich schon aus kollegialen Gründen und ohne die Umstände zu kennen nicht abqualifizieren oder in höchsten Tönen loben, da sie auf jeden Fall zur Erhaltung unserer Kultur beitragen, - jeder nach seinen Möglichkeiten. Es gibt jedoch auch sehr viele Bläser, die nur wegen der "Hetz/Gaudi/Fraternisierung" - oft als "Brauchtum" deklariert - dabei sind.
Lieber Martin, das Getute und Getrommle in Asien oder in Nahost hat nichts mit den Hörgewohnheiten zu tun. Das ist einfach archaisch und nicht weiterentwickelt. Höre Dir doch via Satellit-TV auf den arabischen Sendern (z.B. Nile TV oder Cairo) an, was da an Musik produziert wird. Alle Instrumente spielen die gleiche Melodie mit den gleichen Verzierungen, nur sind einige Gruppen oktavierend eingesetzt. Die indische Musik, die echte indische Musik, ist für uns viel zu kompliziert, um sie verstehen und genießen zu können, da in der indischen Musik z.B. die Mikrofiguren und die Zwischentöne selbst in der solo vorgetragenen Arie (sagen wir einfach Arie zu allen mit nur einem Instrument oder einer Stimme vorgetragenen Stücken.) ungeheure Bedeutung haben, während es bei uns sehr auf die "Harmonisierung" (den Vielklang) ankommt. Aber auch bei uns ist es höchste Kunst, z.B. eine Violinsolosonate zu komponieren oder zu spielen. Es gibt dergleichen auch in China z.B. die kleine Kniegeige oder die Shakuhachi-Flöte in Japan. Damit werden fantastische Stücke gespielt. usw. Da gibt es auch bereits beachtliche Versuche, traditionelle Instrumente und Musikelemente mit westlichem Instrumentarium und westlicher Harmonisierung zu verbinden.
Ich hatte einmal Gelegenheit, eine Probe des Staats-Gamelan-Orchesters im Sultanspalast von Yogjakarta (Java) anzuhören. Einfach faszinierend wie dieser 40- bis 50-köpfige Gong-Apparat zusammenspielt. Es hat aber auch keinen Sinn, das von Java zu uns zu "transponieren". Außerdem habe ich Musikgruppen in aller Welt "in loco" live erlebt, egal ob arabische, tibetische, südamerikanische, mexikanische, pazifische, chinesische, japanische, indonesische, burmesische, indische (da waren meine Frau und ich 2007 in Jaipur bei einem Slide-Guitar Spieler und Komponist von internationaler Bekanntheit - z.B. Ehrenbürger von Vancouver, höchster indischer Orden, usw. - in seinem Haus eingeladen; er hat die Slide-Guitar erst entwickelt), koreanische Musiker. Meine Information kommt nicht von CD-Booklets und CDs, sondern vom echten Erleben und aus Gesprächen mit diesen Musikern.
Und Blasmusik: Im Satz lassen sich sowohl Horngruppe als auch der Saxophonsatz gut kombinieren, da dabei ziemlich flächig gespielt wird, aber nicht im Soloduo, wo sich die Stimmen überhaupt nicht mischen. Und eigentlich hätte das Saxophon in unserer Blasmusik gar nichts zu suchen.