kompensiertes Walter Mönnig-Horn

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Re: kompensiertes Walter Mönnig-Horn

Beitragvon Altcorno » So 9. Aug 2009, 12:10

Martin2 hat geschrieben:Knopf- Hörner sind ohne Zweifel Spitzenprodukte! Aber sie erzielen leider keine hohen Preise (oder "normale" Preise), da viele Leute nie eines gespielt haben und die Qualitäten daher nicht zu schätzen wissen.


Knopf, Mönnig, Kruspe bauen ja anscheinend noch. Was sind denn die grundlegenden Unterschiede zum 'deutschen Einheitshorn' (das ich selbst besitze) und gibt es Unterschiede zu damals und heute?
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Re: kompensiertes Walter Mönnig-Horn

Beitragvon Steffen » So 9. Aug 2009, 13:04

Hallo zusammen,

Mönnig baut nicht mehr, zumindest keine kompletten Hörner mehr. Nachdem sich der senior (er ist so um die 80, glaub) aus dem Geschäft zurückgezogen hat, werden dort nur noch einzelne Komponenten hergestellt, zumeist zu Reparatur- oder Tauschzwecken bei Beschädigungen. Der Sohn ist wohl gesundheitlich etwas eingeschränkt.
Hatte erst letzte Woche ein interessantes Gespräch mit einem Instrumentenbauer-Meister, der zufällig gerade ein Mönnig-Horn auf Vordermann bringt (tolles Instrument), er hat mir das erzählt. So Bögen und so Kleinteile gibts wohl noch neu, in bewährter Handarbeits-Qualität.

Schade, da hat wieder mal einer aufgehört, Hörner zu bauen, der sein Handwerk verstanden hat, das waren Spitzeninstrumente, wenn auch "stabil" gebaut, die älteren Modelle waren/sind richtige Schwergewichte.

Ich weiß nicht, lieber alexpansa, ob ich so was an irgendjemanden verkaufen würde. Lieber an einen guten Hornisten-Freund weitergeben, dann weiß man, dass es in gute Hände kommt.
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Re: kompensiertes Walter Mönnig-Horn

Beitragvon Thomas » So 9. Aug 2009, 13:09

Das Mönnig Volldoppel (Kruspe Horner Kopie, aber nicht so weit, wie die amerikanischen Hörner dieser Bauart.)) hat weniger Widerstand als ein Alex 103, aber mehr als ein K-Model.
Der Klang ist für meinen Geschmack weicher als beim Alex 103. Und das unabhängig davon, wer es spielt.
Ob die Mönnigs tatsächlich noch gebaut werden, konnte mir auch mein Blechblasinstrumentenmacher, bei dem ich meins vor 22 Jahren gekauft habe, nicht sagen.

Im Vergleich zum vollausgebauten Knopf Doppel eines Freundes finde ich das Mönnig eher rustikal.
Vielleicht triffts der Vergleich: Florett (Knopf) , schwerer Säbel (Mönnig), Streitaxt (Alex 103). :twisted:
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Re: kompensiertes Walter Mönnig-Horn

Beitragvon Thomas » So 9. Aug 2009, 13:15

Steffen hat geschrieben:Schade, da hat wieder mal einer aufgehört, Hörner zu bauen, der sein Handwerk verstanden hat, das waren Spitzeninstrumente, wenn auch "stabil" gebaut, die älteren Modelle waren/sind richtige Schwergewichte.



Mein Instrumentenmacher hat vergeblich versucht "Kleinteile" zu bekommen. Aber danke für die Info. Neue Instrumente wirds also wohl leider nicht mehr geben.
Mein Horn Prof. hatte 3 Mönnig Doppel in Messing, Goldmessing und Neusilber. Das Beste davon war für ihn das Älteste (Messing) aus den 70ern.
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Re: kompensiertes Walter Mönnig-Horn

Beitragvon dszy » So 9. Aug 2009, 15:14

Also ich hatte vor 3 Jahren noch Kontakt mit Herrn Mönnig, und da produzierte er noch die vollausgebauten Doppelhörner. Die waren damals bei Musik Bertram in Freiburg erhältlich.

Mönnig Walter Metallblasinstrumente
Ludwig-Jahn-Str. 28
08258 Markneukirchen
037422 25 95

Ob das aber alles noch so stimmt möchte ich nicht gewährleisten
dszy
 
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Re: kompensiertes Walter Mönnig-Horn

Beitragvon www_corno_de » So 9. Aug 2009, 16:16

Florett (Knopf) , schwerer Säbel (Mönnig), Streitaxt (Alex 103)

Klasse - endlich mal was für den Lachmuskel.
1990 hatte ich auch ein neues Mönnig Horn gekauft, es passte aber gar nicht. Leider.

Mit Herbert Fritz Knopf (heute Christian Knopf) gibt es wohl in Markneukirchen noch einen der wenigen verbliebenen Hornbauer. Leider wurde die Firma August Knopf (Edgar Knopf) nicht weiter geführt.

Und Martin Peter fertigte vor 1990 nur für den Export - damit war er der König der Trompetenmacher. Da ging mit der Wende einigen das komplette Geschäftsmodell abhanden.
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Re: kompensiertes Walter Mönnig-Horn

Beitragvon Martin2 » So 9. Aug 2009, 16:53

Florett, Säbel, Streitaxt - das ruft sofort das Titelbild des Horn Call- Magazins von Februar ins Gedächtnis. Dort steckt eine Axt im Baumstumpf, an diesen angelehnt ein Horn; Winterlandschaft. Bildtitel: Weapons in the snow.

Die Modelle von August und H.F. Knopf waren ja quasi identisch. Die Knopf- Hörner sind sehr weich spielbar, Bindungen sind problemlos, die Intonation und Ausgewogenheit von F- und B- Seite sind optimal und der Klang ist wunderbar. Sie stehen auf einer Stufe mit Cornford, Kühn, Dürk; auch was die Verarbeitungsqualität angeht. Die Knopfs haben immer schon Dreier- Maschinen verbaut, wa sich bei Bindungen mit Ventilschaltung positiv bemerkbar macht. Das "hakelt" nicht so im Luftstrom, wie bei manchen Meinlschmidt- Maschinen. Aber bei letzteren kommts darauf an, in welchen Hörnern sie verbaut sind. Bei meinem Kühn habe ich da keine Probleme.
Einziger Nachteil bei Knopf: Man benötigt ein Mundstück mit genau passendem Schaft. Der ist etwas enger als der von Klier oder Yamaha, aber etwas weiter als ein Morse.
Mönnig äußerte mir genüber vor ca. zwei Jahren, daß er keine Hörner mehr baue. Also: Ein Mönnig nicht verscherbeln! Vererben!
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Re: kompensiertes Walter Mönnig-Horn

Beitragvon alexpansa » Di 11. Aug 2009, 08:01

Naja vererben??Ich brauch ein Instrument was ich im Dienst nutzen kann und die W.Mönnig Hörner(sehr gute Instrumente) liegen ziemlich weit von meinem Blas-Stil entfernt. Ich wurde zwar auf diesen Instrumenten ausgebildet, aber als ich 1995 mein 103 bekam war es eine andere Welt. Nun spiele ich ein Schmid was ich noch besser finde. Seit kurzen bin ich auf der Suche nach einem guten Triple-Horn und denke das ich da bei R.Kühn landen werde. Ich finde aber das die 3 letzt genannten sehr weit von einem Mönnig-Horn entfernt sind.
Klang in der DDR:
Meint Ihr nicht das sich der Blas-Stil auch sehr geändert hat.Zu DDR-Zeiten war man doch sehr von P.Damm(mein Lehrer) geprägt. Die Blas-Stile von G.Seifert,H.Pizka,Baumann kannte nicht jeder. Dies ist keine Wertschätzung, aber wir OSSI,s mussten uns 89 auch ziemlich umstellen oder?Lange Rede,kurzer Sinn: ich finde die Entwicklung nicht so schlecht, wie sie immer Dargestellt wird.
Alex
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