Einspielung der "Grünen Hefte"?

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Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon Landsknecht1 » Mi 1. Apr 2009, 14:24

Liebe Horngemeinde,

ich habe gehört, dass von den berühmten "grünen Heften" (88 Waldhornquartette von
Heinz Liebert) eine CD eingespielt werden soll oder worden ist.

Wer kann mir mehr darüber sagen.

Vor allem, wenn es eine CD gibt, wo und unter welchem Titel sie zu kaufen ist.
Liebe Grüße
Peter
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon Prof » Mi 1. Apr 2009, 17:39

Was es nicht alles gibt ........

Es gibt sogar eine "Silence" CD mit absoluter Stille .....
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon Martin2 » Mi 1. Apr 2009, 19:25

Die Hornisten der Berliner Phil. wollten das Projekt mal in Angriff nehmen. Aber bis dato ist das wohl noch nix geworden.
(Oder war diese Ankündigung eine von Wallendorfs Kabarettnummern?)
Andere Leute hatten schon die gleiche Idee, aber auch hier kam es nicht zu Aufnahmen. Bleibt zu hoffen, daß sich doch noch irgendjemand "erbarmt" und die Stücke tatsächlich mal einspielt.
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon RobLeicht » Mi 1. Apr 2009, 21:09

Ihr müsst nur mal auf den Hamburger Straßen spazierengehen: Da spielen vier russsische Hornisten mit abenteuerlich abgewetzten Hörnern (und Lippen) das deutsche Volkslied gut rauf und runter - udn verkaufen davon auch eine CD. Ob aber die Sätze aus den "grünen Heften" stammen???
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon Martin2 » Mi 1. Apr 2009, 21:26

Ist doch prima! Dann können die Preußen von den Reußen noch was über ihre Kultur lernen. Wer kennt denn heutzutage noch Volkslieder?
Ich merke das immer wieder im Anfängerunterricht. Nicht mal die einfachsten Liedchen sind den Kindern bekannt, denn weder zuhause, noch im Kindergarten, geschweige denn in der Schule wird mit den Kurzen gesungen. Und wenn, dann isses meist nur Blödsinn. Und was im Flimmerkasten so unter "Volkslied" verkauft wird, spottet jeder Beschreibung. "Volksverarschung" müßte das heißen!
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon dirk » So 12. Apr 2009, 23:52

Hallo zusammen,

ich habe wie Martin auch das Empfinden, dass die Kinder in der Schule heute weniger singen als die Kinder früher. Zu meiner Grundschulzeit waren das meistens auch noch sog. Volkslieder.
Meine Tochter musste jetzt in der 3. Klasse z.B. lernern, in welchem Alter Haydn seinen Stimmbruch hatte oder welche Instrumente in einem klassischen Orchester besetzt sind. Dinge, die ich damals erst 2-3 Klassenstufen später erfahren haben. Gesungen wird dafür aber erheblich weniger als in meiner Schulzeit.

Insgesamt finde ich an der gesamten Entwicklung im Schulunterricht schade, dass die Kinder viel weniger Raum haben selbst Dinge zu gestalten und sich selbst und Ihre Möglichkeiten kennen zu lernen, wie das z.B. beim Singen der Fall ist. Es gibt im Unterricht viel zu viel "angepappte Theorie".

Es bleibt auch zuviel an den Elten hängen. Da hat die Lehrerin Zeichnungen (nicht mal Fotos) der Blechblasinstumente herausgegeben und die Schüler mußten nach Angabe der Lehrerin die Namen der Instumente darunter schreiben. Meine Tochter hatte unter die Tuba geschrieben: "Fanfare". Ich habe das dann mit ihr zusammen besprochen und verbessert. Kurz darauf wurde schon wieder einer von vielen, vielen Tests geschrieben (über die Instumente). Aber es gibt doch sicher auch viele Eltern, die den Unterschied zwischen einer Tuba und einer Fanfare nicht kennen...... Und so ist das bei vielen Dingen. Ob es Musikinstrumente sind oder Erntemaschinen, fast nie bekommen die Kinder die Geräte in der Wirklichkeit zu sehen. Sicher, vielleicht übersteigt das die Möglichkeit der Schule jedes Ding das man kennen muss praktisch vorzuführen. Das jungste Erlebnis hat mich aber wirklich den Tränen nahe gebracht (das meine ich auch so): Sie mußten die Bauteile einer "Glühbirne" auswendig lernen (ob das sinnvoll ist, wenn die Produktion derselben eh bald verboten wird, sei mal dahin gestellt) anhand einer Zeichnung!! Ich habe aus dem Keller eine Glühbirne geholt (weil ich es besser und leichter fand am Originalobjekt etwas zu erklären) um zu erfahren, dass sie im Unterricht keine echte Glühbirne hatten!!!
Für das Einschrauben der Birne in eine Fassung brauchte meine Tochter zwei Versuche. "Das geht ja gar nicht so leicht". Das macht aber nichts, denn das "praktische Einschrauben" ist eh nicht prüfungsrelevant.
Mit dem Singen ist es wahrscheinlich genauso. Vielleicht müssen die Schüler in ein paar Jahren anhand einer Zeichnung lernen, wie ein Ton beim Gesang physikalisch erzeugt wird. Dann schreiben sie einen Test, bei dem sie die Zeichnung richtig beschriften müssen, um das Thema "Singen" danach ganz schnell wieder zu vergessen um im Hirn Platz für die "Kartoffschälmaschine" zu machen.

Positives möchte ich aber auch beitragen:

-Die Kirchengemeinden (egal welcher Konfession) die singen in der Kinder- und Jugendarbeit sehr viel. Die Kinder lernen das Singen also beim "Pfarrer" oder in der Gruppenarbeit bei den jeweiligen Betreuern, in der Schule im Religionsunterricht. Das sind aber eben keine "Volkslieder".
Ich habe als Kind zuhause allein oft gesungen "Geh aus, mein Herz und suche Freud". Meine Tochter singt nun "Laudato si" oder "Sei gepriesen, du hast die Welt erschaffen" - Manchmal geht einem als Eltern so viel "Heiligkeit" schon auf die Nerven ;-)

-In unsere Nachbarschaft (auf dem Dorf) lernt jedes Kind ein Instrument (Violine, Querflöte, Klavier, Oboe, Horn) in der Musikschule oder bei ausgebildeten Privatlehrern. Dank ihrer Eltern ist das möglich. Meine Eltern und die Eltern der Nachbarskinder konnten das damals noch nicht für uns tun. Wenn man Glück hatte (so wie ich) durfte man mit 10 Jahren in den "Verein" oder den Posaunenchor.

Insgesamt sehe ich also nicht nur schwarz. Aber die allgemeinbildenden, öffentlichen Schulen versagen meines Erachtens immer mehr. Bei der Musik und in vielen anderen Bereichen auch. Er liegt immer mehr an den Eltern und damit ist die soziale Ungerechtigkeit schon im Spiel. Auch bei der Musik. Schade und wenn wir es in allen Bereichen so weitertreiben: Gefährlich!
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon Prof » Mo 13. Apr 2009, 11:28

Dirk ! Das ist aus dem Herzen gesprochen. Beim Hornlernen ist es auch so, daß unheimlich viel über den Ansatz, über die beteiligten Muskeln und ihre Funktion, über die Stütze usw. gesprochen und geschrieben wird, aber kaum jemand eine 4.Bruckner oder Oberon oder Rheingold richtig anfangen kann. Mit "richtig" meine ich nicht nur "korrekt", sondern "anbietbar" und "brauchbar" im Orchester, ohne Unterschied zwischen Profi und Liebhabern. Mehr vormachen, mehr miteinander machen ist weit besser als jede Theorie, vorausgesetzt gewissenhafte und sehr gut ausgebildete Lehrer. Das gilt für alle Lebensbereiche. Damit sind wir wieder bei unserer Sprache, mit der es rapide bergab geht. Die Anglizismen sind oft unnötig, werden aber unverantwortlich passend oder unpassend hineingemischt, z.B. immer die Kiz oder Kic oder wie schreibt man es denn. Aha, Kids. So ein Blödsinn. Da paßt dann der Kucer oder etwa hacn als Kurzform gut. Oder "in ?? Metern Höhe" und "Kilometern Entfernung".

Die Sache mit den richtigen Beonungen (oder heißt es heute schon "Betonierungen" ?) ist doch ganz einfach geregelt: Oxytonon (letzte Silbe), Paroxytonon (vorletzte Silbe), Proparoxytonon (vorvorletze Silbe), Betonung auf die erste Silbe. Auswirkung der Doppelkonsonanten, rollende Konsonanten usw. - Wer unterrichtet denn das noch ? Ist doch überflüssig, oder ? Aber es ist unverzichtbar zur richtigen Betonung und Aussprache. - TV Reporter sind so blöd, daß sie vor Ort (z.B. in L´Aquila) nichteinmal kapieren, wie der Name ausgesprochen wird (nämlich erstbetont). Andererseits werden italienische Namen amerikanischer Prominenter in falschem Übereifer völlig falsch halbenglisch ausgesprochen z.B. "Simoaunis" statt schlicht Simonis.

Diese Fakten kann man ruhig aufs Hornspielen übertragten. Da ist es oft genauso.

Nachträglich allen noch ein friedliches Osterfest.
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon Martin2 » Mo 13. Apr 2009, 12:57

Das stellt die Frage, was Hornspielen denn eigentlich ist. Dirk hat das indirekt schon angesprochen:
In der Gründerzeit der Posaunenchöre wurde ohne Zungenstoß geblasen! Das Singen auf den Instrument war das A und O. Und beim Horn ist es seit Hampel Standard, auch wenn heute natürlich auch in den Posaunenchören mit Zungenstoß geblasen wird. Was die Artikulation betrifft (Staccato, Portato, etc.) braucht man sich nur bei Altenburg umzusehen.

(Ich glaube, wir sind jetzt ziemlich vom Thema abgewichen......) :oops:
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon kronihorn » Mo 13. Apr 2009, 16:32

Ich spiele in Niederöstereich in einer kleinen Landgemeinde bei einer Blasmusikkapelle F-Horn. Wir haben genug Nachwuchs. Es gibt eine Bläserklasse, manche Instrumente sind sogar überbesetzt wie z.B. Trompete oder Flöte. In der Stadt hat man da schon grössere Probleme. Auch hat die Musik auf dem Land oder wie man in Wien sagt bei den "Gscherten" einen viel grösseren Stellenwert als in der Stadt. Man muß auch sehr oft bei kirchlichen Anlässen auftreten. Wenn man hier ein neues Vereinsheim bauen will so ist das auch für den Bürgermeister ein sehr grosses Anliegen und wird in jeder Weise unterstützt. Wir haben uns vor einigen Jahren eine neue Tracht angeschafft welche ca. 60 000.- € gekostet hat. Auch hier wurde der Grossteil von Gemeinde, Bevölkerung und diversen Firmen grosszügig aufgebracht. Und das ist hier kein Einzelfall. Ich habe auch erlebt, dass Jugendliche stolz auf ihre Tracht sind. Das wäre in der Stadt undenkbar. Es gibt hier auch 2 Firmen, die jährlich ein öffentliches Fest veranstalten und den Gewinn der Musikkapelle spenden.
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Re: Einspielung der "Grünen Hefte"?

Beitragvon Prof » Mo 13. Apr 2009, 18:41

Martin2, jetzt liegst aber ganz falsch. Das mit dem Singen am Horn ist doch wohl nicht als "Blasen ohne Zungenstoß" zu verstehen. Der Ausdruck "Zungenstoß" ist wohl verkehrt, da die Mechanik ganz anders funktioniert (siehe den berühmten Röntgenfilm des Trompeters !!!). Es ist ja nur eine "Ventilöffnung" (Zusammenwirken von Zunge und Gaumen), um Luft strömen zu lassen. Dabei wird der durch die Zungenöffnung ausgelöste Impetus (Anstoß) meist falsch als Zungenstoß beschrieben.

Das "Singen" ist jedoch als ein "Weiterströmenlassen" zu verstehen, wobei der Ton jedoch durch die Zungenaktion willentlich zu einem genauen Zeitpunkt ausgelöst wird. Es gibt aber auch das "Hineinschleichen" ohne direkte Zungenaktion in Sonderfällen (z.B. Oberon). Das reine Anhauchen der Töne ohne Zungenaktion ist jedoch in der Regel nicht wünschenswert, da jede Präzision unmöglich wird. Es gibt dann keine klare Artikulation mit präziser rhythmischer Gestaltung. Nur das "plötzliche" Freigeben der Luft ermöglicht die Präzision und Sicherheit.

Ein echter Zungenstoß nach vorne an die Schneidezähne oder wohin auch immer wird jede schnelle Technik verhindern.
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