Meister Hans Hoyer B/hoch F-Horn

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Meister Hans Hoyer B/hoch F-Horn

Beitragvon lindenhorn » So 21. Feb 2010, 19:26

Liebe Forumsmitglieder,
als Anfängerin auf dem Horn lese ich sehr interessiert in diesem Forum und habe für mich schon viele wertvolle Informationen sammeln können.
Nachdem ich zunächst auf einem geliehenen,sehr einfachen B-Horn ohne Stopfventil angefangen habe, besitze ich seit einiger Zeit ein Hans Hoyer Diskanthorn (B/hoch F). Klanglich bin ich damit sehr zufrieden (vor allem im Vergleich zum ersten Horn), obwohl mir klar ist, dass ich als Anfängerin in der Beurteilung nicht sehr kompetent bin. Z.Z. benutze ich auch nur die B-Seite, da ich dort erst noch mehr Sicherheit gewinnen will und mir noch nicht klar ist, ob und wo ich die hoch F-Seite einsetzen würde (wenn ich es könnte).
Sehr gerne würde ich mehr über dieses Horn erfahren, z.B. das Baujahr. Gibt es entsprechende Möglichkeiten? Auf der Unterseite des Mundrohrs ist eingraviert: Made in GDR und die Nr. 91788, das Instrument ist aus Goldmessing, unterhalb des abschraubbaren Schalls ist eingraviert: Meister Hans Hoyer.
Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.
Ich spiele auf einem geliehenen JK exklusive W 1 CM (Bohrung 4,4). Erscheint das als zum Instrument passend oder sollte ich lieber andere ausprobieren?
Ich hatte schon eine Zeitlang Unterricht, musste dann erstmal pausieren. Arbeite daran weiter, mit den Schulen von Hoeltzel, Stegmann, Etüdenheft 2 von Getchell und dazu gemischte Noten (Posaunenchor, Blasorchester).
Man liest immer, ein F-Horn wäre für den Klang so wichtig. Sollte ich mir sowas für die täglichen Übungen zulegen und das Hoyer-Horn (B-Seite) mehr im Ensemble spielen?
Mir ist klar, dass dies sehr umfassende Fragen sind. Ich erwarte natürlich auch keine "fertigen " Antworten, wäre aber für Anregungen, in welche Richtung ich weiter schauen sollte, sehr dankbar.
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Re: Meister Hans Hoyer B/hoch F-Horn

Beitragvon Heribert Kröger » So 21. Feb 2010, 20:58

Liebe "Lindenhorn",

was ich dazu zu sagen habe, mag jetzt für Dich enttäuschend sein, aber: Das B-hoch-F sollte ein Horn für spezielle Aufgaben in der Hand eines erfahrenen Hornisten sein. Ich benutze meines ausschließlich für sehr heikle Stücke, insbesonderer in kleinen Kammerorchestern. Für alles andere ist hierzulande das Doppelhorn das Instrument der Wahl, wobei es durchaus ratsam ist, die F-Seite nicht nur als Dekoration anzusehen, sondern zumindest beim Üben zu benutzen. Leg Dir ein brauchbares Doppelhorn zu und motte das B-hoch-F für später ein, oder verkauf es einfach. Wer weiß, ob Du jemals wirklich eines brauchst; im Blasorchester oder Posaunenchor mit Sicherheit nicht.

Nur aus Neugier: Hast Du Dir das Horn auf eigene Faust zugelegt? Falls Dein Lehrer Dir dazu geraten hat, solltest Du mit dem Instrument auch den Lehrer wechseln. Ein guter Lehrer (Hornist, nicht ein beliebiger Blechbläser, der auch die Horngriffe kennt) kann auch beurteilen, welches Mundstück zu Dir passt, und Dir auch bei der Suche nach einem guten Instrument behilflich sein.

Liebe Grüße und viel Erfolg für Deine weitere Hornlaufbahn.

Heribert
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Re: Meister Hans Hoyer B/hoch F-Horn

Beitragvon Beate_Pokorny » So 21. Feb 2010, 22:54

Liebe Lindenhorn! :)

Du hast recht, das alte Hoyer B/hoch F hat einen fantastisch filigranen Klang und eine ganz gute Intonation. Ein (leider) ehemaliger Orchesterkollege von uns hat es lange am 3. Horn geblasen, bis er dann endgültig aus Gründen der Dynamik auf ein F-/B-Doppelhorn in Neusilber umgestiegen ist. Ich möchte aber wirklich bezweifeln, ob dieses Instrument etwas für einen Schüler ist.

Der Einstieg auf dem F-Horn und für später ein Doppelhorn (vollausgebaut oder kompensierend) wäre sicherlich ein empfehlenswerter Weg, siehe auch diverse Threads hier im Forum, da findest Du auch genug Empfehlungen für die Mundstückauswahl. Aber bitte sei so gut und begib Dich doch erst einmal zum Anfang in die Hände eines kompetenten und verantwortungsvollen Lehrers, bevor Du selbständig Dein Pensum erarbeitest.

Wir stehen dann auch gerne zu weiteren Fragen Rede und Antwort.

Bussi, BEATE :lol:
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Re: Meister Hans Hoyer B/hoch F-Horn

Beitragvon lupus14 » Mo 22. Feb 2010, 15:53

Ich kann nur beipflichten. Obwohl dieses Horn eine sehr schöne B-Hornseite hat, handelt es sich bei diesem Horn um ein "Sportgerät" für kammermusikalische und Sonderaufgaben, das nur in erfahrene Hände gehört, da auch die B-Hornseite bauartbedingt von der Intonation nicht ganz einfach ist.
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Re: Meister Hans Hoyer B/hoch F-Horn

Beitragvon Martin2 » Mo 22. Feb 2010, 16:57

Liebe Lindenhorn,

ein Laie - und besonders ein(e) SchülerIn - braucht solch ein Horn bestimmt nicht. Es ist vielmehr rausgeworfenes Geld, denn billig wars ja bestimmt nicht! Hättest Dein dreiventiliges B- Horn gegen ein vier- oder fünfventiliges eintauschen sollen. Das hätte nur die Hälfte gekostet und wäre zudem viel sinnvoller gewesen.
Was mich interssieren würde: Wer hat Dich dazu verleitet, das Horn überhaupt zu kaufen?
Bist Du selbst auf die Idee gekommen? Vielleicht mit der Annahme, man könne darauf besser und leichter in die Höhe kommen (was nicht des Strebens wert ist, denn mit der Zeit kommt die Höhe von selbst; viel wichtiger ist das Erarbeiten der Tiefe) oder hast Du es gekauft, weil gerade im Angebot war und auf der Ladentheke lag?
Oder hat Dein Lehrer Dir das Ding empfohlen? Sollte das der Fall sein, verabschiede Dich schnell von diesem "Horn"- Lehrer.

Ein solches Hoyer B-/hoch F gabs übrigens in verschiedenen Ausführungen. Ein Volldoppel von Fischbach mit zwei einfachen Umschaltventilen und A-/Stopfventil und ein kompensiertes, das dem Mönnig- B-/hoch F ähnlich war. Der Hinweis "Made in GDR" spricht zudem für ein Exportmodell aus der ehem. DDR, denn Inlandsverkäufe wurden meist nicht einmal mit der Herstellergravur versehen, geschweige denn mit Seriennummer und "Made in GDR".
Ein Mundstück ist dann ok, wenn das Horn damit gut intoniert und Du beim Blasen keine Probleme hast. Bei Klier- Mundstücken hast Du normalerweise eh keine Probleme.

Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen.
Martin2
 
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Re: Meister Hans Hoyer B/hoch F-Horn

Beitragvon lindenhorn » Fr 26. Feb 2010, 20:31

Liebe ForumsteilnehmerInnen!
Zuerst einmal ganz herzlichen Dank für die wohlwollenden und für mich auch wertvollen Antworten.
Meinen ehemaligen Hornlehrer (übrigens ein Profihornist) möchte ich gleich in Schutz nehmen - er war an dem Erwerb des Horns nicht beteiligt. Es war meine Idee, aber nicht, weil ich dachte, damit schneller in der Höhe spielen zu können, sondern um es (langfristig) als gutes B-Horn zu nutzen. Ich dachte, ich kann einfach die Hoch F-Seite weglassen und habe dann ein gutes B-Horn mit Stopfventil, auf dem ich dann die ersten Jahre lernen kann. Es war preislich ein sehr gutes Angebot (quasi die Hoch F-Seite als "Zugabe") und es gefällt mir auch wirklich sehr, sehr gut. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, sollte ich auf jeden Fall in Richtung Doppelhorn schauen.
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich mich auf dem Horn durchaus als Anfängerin sehe, aber bereits Erfahrung mit Blechblasinstrumenten habe (jahrelang Tuba gespielt), also Grundbegriffe des Ansatzes, der Naturtonreihe und der Griffe habe. Der bisherige Unterricht (musste ihn gesundheitsbedingt erstmal aussetzen und mir ggf. einen neuen Lehrer suchen) hat mir schon einige Besonderheiten des Horns nahegebracht, so dass ich vorhatte - bis ich mir guten Unterricht wieder leisten kann -, die Zeit mit selbstständigem Üben zu überbrücken (in den Stegmann- und Hoeltzel-Schulen hatten wir auch im Unterricht schon gearbeitet).
Nochmals vielen Dank für die freundliche Unterstützung.
lindenhorn
 
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