Raphael hat geschrieben:Ich habe kürzlich ein Dürk D3 gespielt, das ist ein Nachbau des 103er mit kleinen Änderungen an der Ventilmaschine (neuartige Luftführung ähnlich den Schmid-Hörnern), und mich haute das Instrument vom Hocker. Es war ein unlackiertes Exemplar in Goldmessing mit Mundrohr in Sterling-Silber. Um Welten besser als die 103er, die ich bisher gespielt habe (5 oder 6). Ausgezeichnete Ansprache und vor allem Ausgeglichenheit der Register. Das besondere am D3 ist, dass das Schallstück ab dem Ausgang der Ventilmaschine komplett aus einem Stück ohne Nahtstelle gefertigt ist, was ein wunderbares Schwingungsverhalten ergibt.
Interessant. Ich wollte mir dieses Jahr auch ein neues 103 kaufen und bin nach Mainz gefahren. Mich hat etwas gestört, dass ich eine feste Bestellung aufgeben sollte, die auf ein einzelnes Instrument hinauslief. Modifikationen sollten bei Bedarf an diesem Instrument angebracht werden. Zeitbedarf: ca. 6 Monate.
Das mag vertretbar sein, wenn man unbegrenztes Vertrauen in den Hersteller setzen kann. Wenn Fertigungstoleranzen vorkommen, hilft es einem eigentlich nur, wenn man aus genügend Exemplaren auswählen kann. In dieser Preiskategorie würde auch ich auf jeden Fall jemanden mitnehmen, der eine unabhängige Meinung hat.
Die Frage ist halt, welche Toleranzen andere Hersteller, z. B. Dürk oder Cornford, aber auch Schmid aufweisen.
Schließlich habe ich mein altes (ca. 40 Jahre altes) 103 aufarbeiten lassen, was immerhin bzw. nur 950 € gekostet hat. Neulich hatte ich die Möglichkeit zum Vergleichstest mit einem 103, gebaut 2008 und sorgfältig ausgewählt vom Lehrer meines Sohnes. Meine Entscheidung habe ich anschließend nicht bereut, würde mir aber trotzdem noch ein neues Horn kaufen, wenn es besser wäre.