Best practice auf Dienstreisen?

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Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon GabZach » Sa 21. Mai 2022, 23:01

So allmählich werden die Dienstreisen bei mir wieder mehr, daher haette ich eine Frage zur Vereinbarkeit von solchen Dienstreisen mit Üben.
Eine Dienstreise dauert bei mir i.A. 3-10 Tage.
Meine Frage nun ist, ob ihr Tips oder Erfahrungen damit habt, wie man dabei am besten halbwegs fit bleibt (horntechnisch gesehen).
Gibt es evtl. noch eine andere Möglichkeiten, als das Mundstück mitzunehmen?
Falls ein wenig Üben auf dem Mundstück das beste ist: wie übt ihr damit? macht man einfach die normalen Einspielübungen? gibt es evtl. typische Fehler, die man mit Üben auf dem Mundstück machen kann?

Vielen Dank im Voraus.
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon Waldviertel » Mi 25. Mai 2022, 14:44

Hallo GabZach,
das ist natürlich schon eine Herausforderung!
Führen Dich Deine Dienstreisen immer in die selben Regionen?
Wenn ja, könntest Du schauen, ob es vor Ort Musikvereine oder Musikschulen gibt, in deren Räumen Du proben oder vielleicht sogar mitspielen könntest.
Für das Hotelzimmer ist überlegenswert, ein "Silent Brass"-System, also einen Übungsdämpfer mit Mikrofon und Ohrhörern oder zumindest einen Übungsdämpfer zu verwenden.
ABER: Meine persönliche Erfahrung damit ist, nur kurz damit z.B. technische Passagen üben, denn das so wichtige "Großen Ton Entwickeln" geht damit nicht und man läuft Gefahr, den Ansatz inklusive Atmung zu verpressen und zu verkrampfen.
Mundstück alleine ist eh klar, aber halt auf Dauer langweilig.
Es gibt auch diverse andere Ansatztrainer, um Abwechslung reinzubringen.
Und, dann gibt es noch die Schlauchmethode: Einen Plastikschlauch, in den das Mundstück passt, mit 2m74cm (B-Horn) oder 3m70cm (F-Horn) abschneiden und damit "kräftig pusten" üben und verschiedene Tonhöhen und Liedchen spielen.
Lässt sich natürlich mit Mundstückadapter, Gartenschlauch und Blechtrichter zu einem "Naturhorn" ausbauen, aber dann ist es halt nicht mehr "still".
Mein absoluter Goldstandard ist, vor Ort einen Übungsraum zu suchen, eventuell sogar im Hotel.
Ganz Mutige können auch in die Natur hinausgehen und dort spielen, mal schauen, was der lokale Jäger dazu sagt? :D
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon triangle » Mo 30. Mai 2022, 08:51

Wenn ich mit einem PKW unterwegs bin ist das zur Not mein Überaum. Dazu setze ich mich auf die Rückbank hinter dem Fahrersitz. Die Innenraumdämmung reduziert die gefühlte Lautstärke, so dass die Ohren nicht geschädigt werden. Das ist für mich die bessere Lösung als der Übedämpfer.
Achtung auf Dellengefahr, Lappen zum Entwässern, Lüften.

Viele Grüße
Andreas
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon triangle » Mo 30. Mai 2022, 13:01

Ich bin kein Freund des Mundstückbuzzen - noch weniger mag ich buzzen ohne Mundstück.
Wenn ich einen Tag keine Übemöglichkeit mit dem Horn habe, dann mache ich trotzdem ein wenig Mundstückbuzzen.

Zum Buzzen nutze ich den Buzz-Buddy, den es im Shop von Anthony Halstead zu kaufen gibt.
https://www.halsteadmusic.co.uk/shop/bu ... buzz-buddy
Man setzt das Mundstück auf den Buzz-Buddy wie in ein Stück Mundrohr. Er reduziert den Luftwiederstand auf ein hornähnliches Niveau. Der Buzz-Buddy unterscheidet sich zu anderen "Mundstück-Buz-Haltern", die nur den Luftwiederstand reduzieren.
Der Buzz-Buddy lässt meine Lippen auch bei sehr tiefen Tönen schwingen - was mir ohne das Gerät nicht gelingen mag.
Ein kleines c bis zum großen G ist so für mich erreichbar.

Vielleicht liegt es an meinem Mundstück mit 4,1 Bohrung und einer mittleren Trichtertiefe. Auf jeden Fall schwingen die Lippen bei mir in deutlich tieferen Frequenzen, als ohne Buzz-Buddy. Hier sehe ich einen Übeerfolg.

Viele Grüße
Andreas
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon Waldviertel » Di 31. Mai 2022, 07:50

Eine kleine Spielerei, die ich manchmal beim Üben einschiebe: Ich ziehe am Horn einen Ventilzug heraus und spiele dann "Trompete".
Da kann man auch ordentlich Lippenansatz und Luftführung trainieren und schöne Fanfaren etc. spielen.
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon Christian123 » Mo 6. Jun 2022, 23:16

An ein paar Orten wo ich öfters bin habe ich bei den Kirchen gefragt, das ist auch bei mir zu Hause die Lösung wenn ich zu nicht Nachbarschaftskompatiblen Zeiten noch einmal üben möchte.
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon Gretche van de Kijks » Mi 15. Jun 2022, 10:27

Fernseher ganz laut aufdrehen, normalen Horndämpfer rein und los geht's.
Bei Reisen wo ich mein Horn nicht mitnehmen kann, habe ich einen "Lippinator" erfunden.
es ist eine Vorrichtung aus Holz wo man auch mitgreifen kann!!
Der Luftwiderstand kann mit einer Stellschraube reguliert werden. Macht relativ wenig lärm und mehr Spaß als nur buzzen, weil man auch mitgreifen kann.
Oft nehme ich die Noten mit und suche mir das Stück auf Youtube und spiele dann mit dem Lippinator und Kopfhörern mit das macht Spaß und gibt durch die Kopfhörer ein gutes Klanggefühl.

Wen es interessiert meinen Lippinator zu sehen lasst es mich wissen und ich poste ein Foto :) Liebe Grüße Gretche van de Kijks

P.S. wenn ich nun im Sommer mein Carbon Wienerhornkoffer Projekt abgeschlossen habe, dann baue ich vielleicht einen neuen Lippinator aus Carbon das wäre sicher cool... :mrgreen:
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon GabZach » Mo 20. Jun 2022, 21:45

Tut mir sehr leid, dass ich jetzt erst antworte. Gerade ist ein Peak bei der Arbeitslast ...

Waldviertel hat geschrieben:Hallo GabZach,
das ist natürlich schon eine Herausforderung!
Führen Dich Deine Dienstreisen immer in die selben Regionen?
Wenn ja, könntest Du schauen, ob es vor Ort Musikvereine oder Musikschulen gibt, in deren Räumen Du proben oder vielleicht sogar mitspielen könntest.

An sich eine gute Idee, aber das kommt sehr selten vor.

Waldviertel hat geschrieben:Für das Hotelzimmer ist überlegenswert, ein "Silent Brass"-System, also einen Übungsdämpfer mit Mikrofon und Ohrhörern oder zumindest einen Übungsdämpfer zu verwenden.
ABER: Meine persönliche Erfahrung damit ist, nur kurz damit z.B. technische Passagen üben, denn das so wichtige "Großen Ton Entwickeln" geht damit nicht und man läuft Gefahr, den Ansatz inklusive Atmung zu verpressen und zu verkrampfen.

Das ist schon einmal sehr gut zu wissen.

Waldviertel hat geschrieben:Mundstück alleine ist eh klar, aber halt auf Dauer langweilig.

;)

Waldviertel hat geschrieben:Es gibt auch diverse andere Ansatztrainer, um Abwechslung reinzubringen.

Kannst du welche nennen / empfehlen?

Waldviertel hat geschrieben:Und, dann gibt es noch die Schlauchmethode: Einen Plastikschlauch, in den das Mundstück passt, mit 2m74cm (B-Horn) oder 3m70cm (F-Horn) abschneiden und damit "kräftig pusten" üben und verschiedene Tonhöhen und Liedchen spielen.

Coole Idee! werde ich mal ausprobieren.

Waldviertel hat geschrieben:Mein absoluter Goldstandard ist, vor Ort einen Übungsraum zu suchen, eventuell sogar im Hotel.

Ja, nur leider kann ich mein Horn nicht mitnehmen. (Im Zug mit Koffer, Laptoptasche, ...)
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon GabZach » Mo 20. Jun 2022, 21:47

triangle hat geschrieben:Zum Buzzen nutze ich den Buzz-Buddy, den es im Shop von Anthony Halstead zu kaufen gibt.
https://www.halsteadmusic.co.uk/shop/bu ... buzz-buddy
Man setzt das Mundstück auf den Buzz-Buddy wie in ein Stück Mundrohr. Er reduziert den Luftwiederstand auf ein hornähnliches Niveau. Der Buzz-Buddy unterscheidet sich zu anderen "Mundstück-Buz-Haltern", die nur den Luftwiederstand reduzieren.


Vielen Dank für den Tip!
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Re: Best practice auf Dienstreisen?

Beitragvon GabZach » Mo 20. Jun 2022, 21:50

Gretche van de Kijks hat geschrieben:Wen es interessiert meinen Lippinator zu sehen lasst es mich wissen und ich poste ein Foto :)

Ja, mich wuerde das interessieren! :D 8-)
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