von Prof » Sa 27. Jun 2009, 16:09
Mit dem Wienerhorn, das ja in den Becherabmessungen dem klassischen Naturhorn der Zeit Mozarts und Haydns entspricht, sind Naturhornübungen incl. der manipulierten Töne sehr gut auszuführen. Die Schulen Duvernoys und von Dauprat sind das non-plus-ultra des Naturhornspiels. Man erfährt auch, daß manche schnelle Figuren mit an sich völlig falscher Handposition im Becher tadellos, aber meist viel schneller ausführbar werden. Das sind dann die essentiellen Tricks, ohne die mehr als einfachstes Naturhornspiel nicht funktionieren kann. Das alles setzt voraus, daß man die Naturtonreihe wirklich intus hat, aber mit allen Feinheiten. Die einzelnen Tonarten solte man echt beherrschen oder mit dem Naturhorn beherrschen lernen. Es zeigt sich dann, daß auch hier der Quartabstand zueinander gehöriger Hörner wichtig ist, wodurch sich manche hohe Partie auf dem tieferen "komplimentären Horn" wegen des geringeren Einsatzes der Becherhand sauberer ausführen lassen, was wieder sicher der Hauptteil der Leser kaum glauben mag. Mit Hirn üben ist eben alles und nicht "einochsen". Was man bei den tieferen Hörnern mit geringsten Handbewegungen leicht krrigieren kann, wird auf dem "kürzeren Rohre" zur Unmöglichkeit. Das erklärt auch die Preferenz der Hornstimmungen in F, E, Es und D, wobei das Korrigieren beim langen D-Horn schon wieder problematisch wird. Haydn hat z.B. in seinen Hornkonzerten deshalb kaum manipulierte Töne.
Bin noch immer in Bangkok und habe keinerlei Unterlagen dabei, alles ist so "aus dem Hut" oder "freihand" geschrieben. Bis bald wieder von zu Hause.