von Prof » Sa 6. Feb 2010, 07:33
Lieber Dirk !
Du wirst kaum mehr Produkte finden, die nicht Teile aus China, Pakistan, Indien, Indonesien, Malaysia, Singapore usw. enthalten. Die komplette Palette der elektronischen Geräte wird heute dort hergestellt. Indien hat die Todesstrafe abgeschafft, dafür gibt es (noch immer) Witwenverbrennungen und Versuche, kleine Mädchen ins Feuer zu stoßen.
Es macht auch keinen Unterschied, ob die Geräte unter einem Phantasienamen und "made in China" vertrieben werden, oder ob (wenn überhaupt) auf den wenigen hier noch zusammemgeschusterten Geräten ein deutscher Markenname steht. Außerdem werden auch "deutsche" Markengeräte komplett in z.B. nach China verlagerten Fabriken hergestellt.
Was sollen denn diese ewigen Spitzen gegen China ? Tibetproblem ? Chinesische Soldaten befinden sich seit 1750 in Tibet u.z. auf Anforderung des damaligen Dalai Lama. Das wurde mit Vertrag geregelt. Diese Schutztruppen waren wegen der Gurkhaüberfälle notwendig. Was in den Fünfzigerjahren nach dem Aufstand passierte, war natürlich eine Katastrophe. Du müßtest aber sehen, wie es jetzt in Tibet z.B. mit der Infrastruktur aussieht und was jährlich verbessert wird. Ich habe es vor Ort gesehen. In China werden politischen Gegner nicht zum Tode verurteilt, aber Rauschgifthändler wie auch in Malaysia, Singapore, Indonesien usw. auch. Und wegen schwerster Verbrechen z.B. Vergewaltigung, Raub, Raubmord, Mord, Sprengstoffanschlägen, schwere Brandstiftung, aber auch wegen schwerster Wirtschaftskriminalität und Korruption.In Japan und in den USA gibt es auch noch immer die Todesstrafe. Wie steht es dann mit den Produkten von Apple und Microsoft ? Auch nicht kaufen ? Wir sehen alle nur die von Amnesty International vorgelegten Gesamtzahlen und vergessen dabei die gewaltige Menge der Menschen dort. Das allein multipliziert schon.
Und noch ein kleines Stück zurück in der Geschichte: vorher haben Reiterarmeen der Tibeter jahrhundertelang Westchina immer wieder überfallen und ausgeraubt z.B.
Damit die Sache wieder hornmäßig wird:
die Horntradition in Form von zusammenschiebbaren in der Spielweise lurenähnlichen Metallblasinstrumenten ist in Tibet auch heute noch weitverbreitet. Dabei gibt es ziemlich kurze, mit einem Drachenkopf versehene Instrumente von ca. 50 cm Länge, vier und noch mehr Meter lange Tieftöner und alles dazwischen. Die drohenden oder nur lauten "Klangereignisse", wertfrei betrachtet und gehört, ergeben mehr oder minder eine große "Kakophonie". Es wird nur ein einziger Ton produziert. Die Stimmung bzw. Intonation untereinander hat keinerlei Bedeutung (das soll es auch hierzulande geben !!!). Vielleicht gilt dort ebenso der Spruch: "Schön laut ist zumindest im Wortlaut schön."
Vereinzelt habe ich im tibetischen Raum auch aus Ochsen- bzw. Widderhörnern angefertigte quasi Jagdhörner oder "Verständigungsinstrumente" gesehen. In der Nähe von Westnepal sollte es auch das "Kaha" geben, ein bis Zentralindien einst verbreitetes Jagdinstrument, das eher einem langen Sprachrohr gleicht. Im Vorjahr konnte ich eines dieser Instrumente erwerben. Es ist wie die Tempelhörner ein konisches Rohr in Teleskop-Ausführung, hat aber am Ende einen weiten geraden Topf. Das Nurasingh ist ein eher der Lurengruppe zuzuordnendes Instrument, das aber erst ab Nepal zu finden ist. Es besteht aus sich verjüngenden gebogenen Teilen, die mit einer an den Bajonettverschluß (siehe Leica !) erinnernden Verbindung zusammengehalten werden. Das Nurasingh wird auch in der Art der Luren gespielt und gehalten.