Sitzordnung Wien

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Re: Sitzordnung Wien

Beitragvon alexpansa » Mi 18. Nov 2009, 17:11

Lieber Hans,
schlimm das sich die Position von Dirigenten/Streicher gegenüber der Horngruppe bis in die Spitzenorchester hochzieht.
@Peter:
genauso ging es mir in der Probe als ich von den tiefen Hornisten angespielt wurde.Es war viel einfacher die Intonation zu regulieren.Und man hört schneller ob man Haupt oder Nebenstimme ist(Tannhäuser). Das mit den 2-4m auf eine Holzwand ist interessant, aber schwer zu realisieren. Mal sehen was sich machen lässt.
Gruß Alex
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Re: Sitzordnung Wien

Beitragvon George » Di 23. Feb 2010, 13:28

Ich bin innerhalb einer Woche gleich zweimal in verschiedenen sinfonischen Blasorchestern auf Dirigenten getroffen, die die Hörner in Blocksitzweise: erste Reihe hohe Hörner (1. + 3.) und zweite Reihe tiefe Hörner (2. + 4.) anordnen. Nun kannte ich bislang nur die Gruppierung: erste Reihe hoch/tief (1. + 2.) und zweite Reihe hoch/tief (3. + 4.). Die Dirigenten konnten mir diese Sitzordnung nicht plausibel erklären. Weiß jemand, was der Grund für diese Gruppierung sein könnte?
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Re: Sitzordnung Wien

Beitragvon herbstgetönter Hain » Di 23. Feb 2010, 14:10

Lieber George,

der Grund für die von dir beschriebene Sitzweise sowie insbesondere die offensichtliche Unfähigkeit, diese Anordnung auch fachlich zu begründen könnte auf ein manifestes Kompetenzdefizit seitens der Herren Kapellmeister hindeuten...
Allerdings folgen die Blasorchester-Noten im Hornsatz (leider) auch häufig nicht der üblichen Besetzungspraxis (1.+3. hoch, 2.+4. tief) sondern werden einfach absteigend von 1.-4. notiert.
Überhaupt ist eine zunehmende Verblödung im Notensatz festzustellen: Insbesondere die (mal mit, mal ohne Klammern) gedruckten "Erinnerungsvorzeichen" sind zuverlässige Auslöser von Fehlern und führen letztendlich dazu, dass die (SEHR EINFACHEN!) Regeln für Vorzeichen nicht mehr gelernt werden.
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Re: Sitzordnung Wien

Beitragvon Prof » Di 23. Feb 2010, 19:07

Lieber "herbstgetönter Hain" & "George" !

Ganz recht. Es gibt jede Menge von Komponisten, die arge Defizite in Instrumentenkunde und praktischem Einsatz der einzelnen Instrumente haben. Andererseits gibt es diese selbsternannten Möchtegernautokraten (siehe Kapellmeister in sinf. Blasorchestern), die obergescheit anmaßend völlig unsinnige Sitzweisen anordnen.

Andererseits gibt es speziell jenseits des Atlantik Puristen, die selbst einen Stimmentausch 6. zu 7. Horn bei den letzten drei Brucknersinfonien ablehnen und lieber einen tiefen Hornisten den höheren Part spielen lassen. Beim Ring sind doch auch 1. & 2. Wagnertuba in B mit hohen Hornisten besetzt und 7.& 8. Wagnertuba in F mit tiefen Hornisten. Das läßt sich mit den Stimmen ganz gut machen und ist auch im Sinne des Werkes.

"Wie Sie es machen, das ist Ihre Sache. Es muß nur im Sinne des Komponisten und im Sinne des Werkes sein und entsprechend klingen." - Alte Weisheit der alten Pharaonen oder der Chinesen.

Es gab da gerade eine Diskussion über das Trio im ersten Brandenburg, das idiotischerweise jenseits des großen Teiches auf dem Probespielrepertoire steht. Man müßte das ganz genau textentsprechend spielen und nicht für die jeweils zwei Takte mit dem zweiten Horn tauschen. Das wäre unfaire Trickserei und man würde das hören können. - Dem kann man sofort kontern, daß ja die gesamte romantische Ventilhorn-Literatur (Konzert, Solo, Oper) mit ganz wenigen Ausnahmen die Verwendung des F-Horns vorgesehen hätte, während heute ja doch auch in den USA zunehmend das B-Horn verwendet werde. Andererseits wird dort auch die Barockliteratur mit völlig unpassendem Ton auf B-Hörnern herausgequetscht. Hierzulande ist man dann doch vernünftig genug, schon allein aus Gründen der Tonfarbe und als "Schlankmacher" ein Diskanthorn einzusetzen. "Igitt, wie unfair", würde da dann gleich gegreint. (USA). Es muß einfach erlaubt sein, vorhandene Hilfsmittel zur maximalen Ausführung der Literatur anzuwenden. Ein einfaches Stimmentauschen zur gegenseitigen Erleichterung, warum denn nicht ? Die Ring-Opern werden ja auch geteilt, obwohl nirgends steht 1.Horn für ersten Akt, erstes Horn für zweiten und dritten Akt. Organisatorische Dinge, so sie gut angewandt werden, tragen nur zur Verbesserung derAufführungsqualität bei. Das gleiche gilt für entsprechende Sitzweisen. - Ich habe meinen Schaden davon getragen (rechtes Ohr, Pauke usw.).
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