ich melde mich entgegen meinen ursprünglichen Absichten doch wieder zu Wort. Mich erreichten derart viele freundliche, aufmunternde Beiträge, E-Mails und sogar Telefonanrufe, die mich mit Nachdruck zum Verbleiben im Forum aufforderten. Ich möchte mich dafür ausdrücklich bedanken und nun nicht länger die "beleidigte Leberwurst" spielen, denn das möchte ich nicht sein. Ich bin halt sensibel - nimmt mir das bitte nicht übel!
Es hatten ja Michael, von Andreas heftig sekundiert, die manchmal allzu technischen Diskussionen (Rohrlängen, Stimmung, akustische Kommata usw.) beanstandet. Da musste ich mich schon angesprochen fühlen! Nur: Auf jede Frage gehört eben eine Antwort! Natürlich ist nicht jeder Leser an Allem interessiert. Er sollte sich dann mit Nachsicht darüber hinweg setzen.
Es gibt Musiker/Hornisten die quasi aus dem "Bauch heraus" ohne viel nachzudenken (fast) alles herrlich spielen können. Ich liebe und bewundere diese "Musikanten". Allerdings merkt man schnell deren Grenzen, wenn diese sich in fremden Gefilden bewegen. Es gibt Einige davon.
Dann gibt es Bläser, die alles über eine schier unglaubliche Technik meistern. Ich beneide dies Spieler um ihr großartiges Können. Bei jenen stellt sich aber beim Zuhören - wenn erst einmal der Charme der handwerklichen Meisterschaft verflogen ist - oft Langweile ein. Davon gibt es heute viele - sehr viele.
Doch wenn Geist, Wissen und Gefühl sich versöhnen, ja dann, dann haben wir den wahren Künstler/Musiker vor uns.
Lasst uns doch in diesem Sinne mit Respekt und ohne Beleidigungen miteinander unsere Meinungen austauschen. Es ist auch wichtig, dass wir unseren meist beschränkten Horizont (das ist nicht abwertend gemeint, denn jeder lebt - auch ich - in seiner Lebenstradition) öffnen und Toleranz gegenüber anderen praktizieren.
Manche haben gefragt, wer ist denn dieser Peter. Nun, Ihr könnt meine homepage, die allerdings dringend auf den neuesten Stand gebracht werden müsste, anschauen: www.pethorn.de Ich bin jetzt 71 Jahre alt und war bis zu meiner Pensionierung 2004 37 Jahre im Sinfonieorchester des Hessisch Rundfunks (vormals RSO Frankfurt - für Insider ist es eines der profiliertesten und vielseitigsten Orchester Deutschlands) zunächst als 3/1. Hornist und ab den 80ziger Jahren (freimütig zugegeben: der Nerven wegen!) tiefer Hornist. Neben dieser Tätigkeit und neben meiner Familie habe ich sehr, sehr viel unterrichtet, ein Kammermusikensemble vom 1. Horn her geleitet, habe mit Gebr. Alexander (Modell 200/403) und jetzt mit Cornford (Triple Modell 3 S) Hörner entwickelt und setze mich last not least für die IHS (Internationale Horngesellschaft in der ich 6 Jahre im advisory council war) ein, Viel zu wenige von Euch gehören dieser bemerkenswerten, guten Organisation an!.
Seit meiner Pensionierung bin ich ehrenamtlich (ohne Geld) mit dem Senior Experten Service (SES), einer Gesellschaft, die rüstige Rentner zur (Entwicklungs)Hilfe und zum Erfahrungsaustausch in ferne Länder schickt, unterwegs. Der SES zahlt die Flugtickets und Versicherungen - die Gastgeber stellen Unterkunft und Verpflegung. 1 Jahr unterrichtete ich auf Mauritius; 9 Monate auf Madagaskar. Argentinien und China folgten. Jetzt bin ich abermals als Gastprofessor für voraussichtlich ein Jahr in Shenyang (Nordost China früher Mandschurei) von wo übrigens auch dieser Beitrag kommt. Das "Shenyang Conservatory of Music" ist Teil der Universität der Provinz Liaoning. Es gibt hier 10000 !!! Musikstudenten - die eine Hälfte studiert chinesische Musik - die andere Hälfte lernt europäische Instrumente.
So jetzt wisst Ihr, wer ich bin und was ich mache. Hoffen wir auf weitere fruchtbare, schöne Diskussionen.
