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Homilius

Mi 21. Okt 2009, 22:41

Liebe Horngemeinde,

gestern fiel mir ein erfrischendes Hornquartett op. 38 B-Dur von einem gewissen Konstantin Friedrich Homilius (1813 - 1902) in die Hände (evt. auch Constantin).
Nun habe ich versucht, mehr über diesen Komponisten zu erfahren, wurde aber nur gewahr, daß er wohl Hornist gewesen sein muß (Komponistenliste bei Wikipedia, aber sonst keine Hinweise).
Weiß jemand Genaueres, z.B. ob dieses Quartett noch für Inventionshorn oder bereits schon für Ventilhorn geschrieben wurde, wo dieser Homilius wirkte oder ob es noch mehr Werke dieses Herrn gibt? Vielleicht ein Abkömmling von Gottfried August Homilius, dem Barockkomponisten?

Vorab schon mal Danke für Eure Antworten.

Re: Homilius

Do 22. Okt 2009, 00:28

Hallo Martin2! :)

Tatsächlich, das Homilius-Quartett strahlt eine unglaublichen Eleganz aus, es wirkt auf den Hörer wohl effektvoll und trotzdem schlicht und gediegen zugleich. Es gibt da eine alte aber immer noch sehr schöne und mustergültige Einspielung des Detmolder Hornquartetts bei Dabringhaus und Grimm, dort steht im Cover leider auch nur wenig:

    "...Das Hornquartett von Constantin Homilius wurde 1893 bei Hofmeister in Leipzig gedruckt. Über den Komponisten wissen wir nichts; vielleicht war er ein Sohn des 1813 geborenen Hornisten Friedrich Homilius, der - offenbar ein Nachkomme des Dresdner Kreuzkantors Gottfried August Homilius (1714-1785) - zunächst als Militärmusiker in Dresden wirkte, dann an die Kaiserliche Oper nach Petersburg ging und dort bis 1899 als Konservatoriumslehrer und Direktor der Philharmonischen Gesellschaft tätig war..."
Vielleicht können unsere Verleger da etwas mehr Auskunft erteilen?

Bussi, BEATE :lol:

Re: Homilius

Do 22. Okt 2009, 08:28

Hallo Beate,

herzlichen Dank für die Antwort (war schon ne Express- Antwort :D ).
Wenn das Quartett erst 1893 erschienen ist tippe ich mal auf Ventilhorn. Wenn ich den Text des von Dir angesprochenen Covers richtig deute, waren Constantin und Friedrich nicht ein und die selbe Person? Dagegen spricht aber, daß seine Lebensdaten (1813 - 1902) sowohl auf dem Umschlag der Noten, als auch in der Komponistenliste bei Wikipedia unisono angegeben sind. Auch die Schreibweise scheint nicht ganz klar zu sein (Konstantin oder Constantin). Interessant ist, daß das Stück mit B- Dur benannt wird, obwohl es doch klingend Es- Dur ist? Geht man denn nicht immer von der tatsächlichen Tonart aus?
Anscheinend ist das Quartett auch vom AHQ mal eingespielt worden, denn die Noten sind von Phoenix (AHQ- Series).
Meine Vermutung, daß es sich um einen Nachfahren des G.A. Homilius handelt, war offensichtlich auch nicht so arg daneben.
Detmolder Hornquartett - da tippe ich mal auf Höltzel.
Zuletzt geändert von Martin2 am Mo 26. Okt 2009, 16:15, insgesamt 3-mal geändert.

Re: Homilius

Do 22. Okt 2009, 11:21

Hallo Martin2! :)

Ja, gut vermutet: beim Detmolder Hornquartett handelt es sich um die "Creme de la creme" der Höltzel-Schüler. Auf der erwähnten Aufnahme sind neben Joachim Bänsch (heute RSO-Stuttgart) noch Herman Jeurissen (...Residentie Orkest Den Haag), Jürgen Haspelmann (Oper Bielefeld) und Reinhard Philip Sievers (Staatsoper Stuttgart) zu hören.

http://www.amazon.de/gp/product/images/B00000IYO3/sr=8-2/qid=1256205981/ref=dp_image_0?ie=UTF8&n=290380&s=music&qid=1256205981&sr=8-2

Interessant ist auch die Einspielung des Budapest Festival Horn Quartetts. Miklós Nagy, László Rákos, László Gál und Tibor Maruzsa sind hier ausschließlich auf Instrumenten von Engelbert Schmid zu hören - superb - zumal sie sich durch dezentes Einfühlungsvermögen und eine brilliante Technik hervorheben.

http://www.festivalhornquartet.hu/index_en.html

Bussi,BEATE :lol:

Re: Homilius

Sa 24. Okt 2009, 10:29

Folgendes wurde noch gefunden:

http://hornplayer.net/archive/a205.html

Sehr aufschlußreich.
Im 19. Jahrhundert wanderten ja viele Musiker nach Rußland aus. Bestimmt lagern in den dortigen Archiven auch noch viele unentdeckte Noten, die es wert wären, gespielt zu werden.
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